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WiNShuttle::Support::Anleitungen::Debian::Woody::ISDN

Debian/Ubuntu: Einwahl über ISDN

1.) Kernel Konfiguration

Debian 3.0: Kernel 2.4.18 installieren

Um ISDN unter Debian 3.0 mit neueren ISDN-Karten (vor allem den PCI-Versionen) betreiben zu kännen, muss ein Kernel mit mindestens der Version 2.4.18 verwendet werden. Bitte kontrollieren Sie zunächst die Kernelversion mit dem Befehl uname -r.

Sollte hier 2.2.20 angezeigt werden, müssen Sie leider einen neueren Kernel installieren. Bitte installieren Sie den Debian Standardkernel mit dem Befehl apt-get install kernel-image-2.4.18-bf2.4.

Sofern bei der Installation keine Fehler aufgetreten sind, rebooten Sie Ihren Rechner um den neuen Kernel in Betrieb zu nehmen.

neuere Debian/Ubuntu: mISDN-Treiber deaktivieren

Bei neueren Debian/Ubuntu-Versionen sind zusätzlich zu den "alten" Isdn4Linux-Treibern auch die neueren "mISDN"-Treiber enthalten welche automatisch beim Booten geladen werden. Diese unterstützen aber unseres Wissens nach leider kein PPP over ISDN so dass damit kein Internet-Zugang gemacht werden kann. Sie müssen diese Treiber daher über ein Blacklisting deaktivieren:
  • /etc/modprobe.d/blacklist-misdn.conf:

        # mISDN nicht laden damit die I4L-Treiber aktiviert werden können
        blacklist avmfritz
        blacklist hfcmulti
        blacklist hfcpci
        blacklist hfcsusb
        blacklist mISDNinfineon
        blacklist mISDNipac
        blacklist mISDNisar
        blacklist speedfax
        blacklist w6692
        blacklist zaphfc

Nach Erstellen der blacklist-Datei muss der mISDN-Treiber manuell entladen werden oder der Rechner neu gestartet werden bevor der ISDN4linux-Treiber wie im folgenden geschildert konfiguriert werden kann.

2.) Isdn4Linux-Kartentreiber laden

Starten Sie das Konfigurationstool um den Treiber für ihre ISDN-Karte zu konfigurieren mit dem Kommando modconf.

Die ISDN-Treiber für praktisch alle passiven ISDN-Karten finden Sie unter kernel/drivers/isdn/hisax. Sofern Sie eine AVM Fritz-PCI 2.0 haben, wählen sie hisax_fcpcipnp, ansonsten hisax:

isdn01.png

Geben Sie die Optionen für Ihre Karte an. type, protocol und id muss immer angegeben werden, ISA-Karten brauchen zusätzlich noch die Angabe der Hardware-Resourcen. Im Bild die Konfiguration für eine alte Teles 16.3 ISA:

isdn02.png

Hinweis: in der Maske werden nicht alle vom HiSax-Treiber unterstützen Karten aufgelistet. Eine aktuellere Liste finden Sie auf Ihrer Festplatte unter /usr/share/doc/isdnutils-base/README.HiSax.gz.

Die Paramter für eine der weit verbreiteten HFC-PCI-Karten lauten z.B.
 protocol=2 type=35

Sofern das Laden des Moduls funktioniert hat, verlassen Sie das Programm. Die Modul-Einstellungen werden automatisch ohne Nachfrage gespeichert in einer Datei unter /etc/modprobe.d/. Diese sollten Sie jetzt noch so umbenennen dass Sie auf ".conf" endet damit auch zukünftige Debian/Ubuntu-Versionen diese beachten:

 mv /etc/modprobe.d/hisax /etc/modprobe.d/hisax.conf

3.) ISDN-Software konfigurieren

Installieren Sie die benötigte ISDN-Software mit apt-get install ipppd.

Während der Installation werden sie wie üblich aufgefordert die wichtigsten Einstellungen vorzunehmen. Bitte übernehmen Sie die Voreinstellung manual da die eigentliche Konfiguration später geschieht:

isdn03.png

Leider wird trotzdem eine Konfiguration für einen Dial-On-Demand-Zugang eingerichtet. Wir raten dringend von der Verwendung ab, da er u.U. zu hohen Telefon-Kosten führt. Deaktivieren und löschen Sie daher diesen bitte mit den Kommandos:

/etc/init.d/isdnutils stop
cd /etc/isdn
rm device.ippp0 
rm ipppd.ippp0

Rufen sie danach das ISDN-Konfigurations-Programm auf mit isdnconfig.

Als erstes legt man ein Netzwerk-Interface für die Verbindung an:

isdn04.png

Die Interface sind durchnummeriert, wobei die Nummer beliebig ist (das Interface "ippp0" spielt eine Sonderrolle und sollte nicht benutzt werden). Wählen Sie einfach wie gezeigt eine freie gerade Nummer ungleich Null. Wir verwenden ippp6 als erstes Dial-Out-Interface, damit bleiben ippp2 und ippp4 frei für eventuelle Dial-In-Zugänge (s.u.):

isdn05.png

Danach befindet man sich wieder im Hauptmenü und kann den zugehörigen ipppd-Prozess erzeugen:

isdn06.png

Hier wählt man den gleichen Namen wie in der Interface-Konfiguration. Dadurch bleibt man flexibel: man kann mehrere Internet- und Dial-In-Zugänge parallel konfigurieren:

isdn07.png

Verlassen Sie danach das Konfigurationstool mit Q im Hauptmenü.

Leider ist das Konfigurations-Tool noch sehr primitiv und erzeugt pro vorgenommenem Eintrag nur zwei Beispiel-Dateien, die man jetzt noch mit einem Editor bearbeiten muss.

In den folgenden Dateien modifizieren Sie bitte (nur!) die folgenden Stellen:

  • /etc/isdn/device.ippp6:

        LOCALMSN=633140     # eine MSN Ihres Anschlusses
        REMOTEMSN=19161     # die Nummer des Einwahlortes ohne fuehrende Null
        LEADINGZERO=0
        DIALMODE=manual	# damit keine automatischen Verbindungen gemacht werden
    

    Vergessen Sie nicht, nach Ihren Änderungen Zeile Nummer 4 in der Datei zu löschen!

  • /etc/isdn/ipppd.ippp6:

        debug                       # damit man sieht was passiert
        +mp                         # Multilink-PPP
        name xx9999@shuttle.de      # set local name for auth XXX_
        defaultroute                # set default route
        ms-get-dns                  # DNS-Server-Zuweisung
    

    Vergessen Sie nicht, nach Ihren Änderungen Zeile Nummer 6 in der Datei zu löschen!

  • /etc/ppp/pap-secrets:

        xx9999@shuttle.de "*" geheim007
    

    Hier nehmen Sie natürlich Ihre eigene WiNShuttle-Kennung und Ihr WiNShuttle-Passwort.

  • /etc/ppp/ip-down.d/99-ipppd:

        # add more ipppX cases if you need them...
        # die dial-out interfaces (ippp6 - ippp99) wieder zurücksetzen:
            ippp[6-9]|ippp[1-9][0-9])
                    # - bei nur einem aktiven Kanal enthält $PPP_IFACE das Master-Interface
                    # - beim Auflegen einer Multilink-Verbindung enthält $PPP_IFACE das Slave-Interface,
                    #   die IP-Config muss aber auf dem zugehörigen Master gemacht werden
    
                    masterif=$(isdnctrl list $PPP_IFACE | grep ^Master | awk '{print $3}')
    
                    if [ "$masterif" = None ] ; then
                            ifconfig $PPP_IFACE 169.255.255.169 pointopoint 10.0.0.2 netmask 255.255.255.255 up
                    else
                            ifconfig $masterif  169.255.255.169 pointopoint 10.0.0.2 netmask 255.255.255.255 up
                    fi
                    ;;
        esac
    

    Dieser Eintrag setzt das ISDN-Interface nach Abbau der Verbindung wieder zurück.

Mit /etc/init.d/isdnutils restart initialisieren Sie danach das ISDN-System neu.

4.) Verbindungsaufbau

Aufgebaut und beendet wird die Internetverbindung als root mit den Befehlen

isdnctrl dial ippp6
isdnctrl hangup ippp6

Das Fortschreiten der Einwahl können Sie verfolgen mit dem Kommando

tail -f /var/log/syslog

Hinweis: Beendet wird tail -f durch gleichzeitiges Drücken von STRG und C.

5.) Dial-In von aussen auf den eigenen Rechner

Hinweis: Dieser Abschnitt ist nur für Leute interessant, die Ihren Rechner per ISDN administrieren wollen. Sollten Sie nur einen Internetanschluss einrichten wollen, können Sie das Folgende ignorieren.

Ihr Debian-System kann natürlich auch als PPP-Server dienen. Mit einem gewöhnlichen ISDN-Anschluß können Sie zwei gleichzeitige Dial-In-Zugänge realisieren.

Legen sie dazu pro Zugang wie oben beschrieben mit isdnconfig ein Netzwerk-Interface und den zugehörigen ipppd-Prozess an, z.B. ippp2 für den ersten Zugang und ippp4 für den zweiten. Die Konfiguration sieht dann folgendermaßen aus:

  • /etc/isdn/device.ippp2:

        LOCALIP=192.168.0.254         # IP Ihrer Ethernet-Karte sofern vorhanden, sonst beliebig
        REMOTEIP=192.168.0.251        # reservierte IP für den ersten Dial-In-Zugang
        LOCALMSN=633140               # die MSN Ihres Anschlusses bei der das Interface 'abnehmen' soll
        REMOTEMSN=                    # fuer dial-in leer lassen
        LEADINGZERO=0
        isdnctrl secure ${device} off # dial-in auf dem Interface aktivieren
    

    Vergessen Sie nicht, Zeile Nummer 4 in der Datei zu löschen oder auszukommentieren!

  • /etc/isdn/ipppd.ippp2:

        debug                       # damit man sieht was passiert
        +mp                         # Multilink-PPP vorbereiten
        #name X                     # set local name for auth XXX_
        require-pap                 # allow only pap authentication (dialin only)
        login                       # use system password database for pap
        useifip                     # (do)     use ip addresses from interface
        ms-dns 192.168.0.254        # sofern vorhanden, die IP Ihres lokalen DNS-Servers
    

    Vergessen Sie nicht, Zeile Nummer 6 in der Datei zu löschen!

Mit /etc/init.d/isdnutils restart initialisieren Sie danach das ISDN-System neu.

Damit kann man per ISDN eine PPP-Verbindung zum Rechner aufbauen, wobei zur PAP-Authentifizierung in diesem Setup die Benuterdatenbank des Debian-Systems benutzt wird.

Über die bestehende PPP-Verbindung kann man sich dann per ssh interaktiv am Rechner anmelden.

6.) Multilink-PPP

Um Multilink-PPP für ein Interface zu aktivieren, muß eine Konfiguration für das Slave-Interface erstellt werden. Zu jedem ipppX-Interface (mit gerader Zahl X) kann jetzt durch einfaches Verlinken der Konfiguration das zugehörige Slave-Interface ipppY (mit ungeradem Y) erzeugt werden:

ln -s /etc/isdn/device.ippp6 /etc/isdn/device.ippp6+7

Danach muß das ISDN-System wie üblich neu initialisiert werden mit

/etc/init.d/isdnutils restart

Besteht eine Verbindung mit einem Kanal, kann der zweite Kanal zu- und abgeschaltet werden mit

isdnctrl addlink ippp6
isdnctrl removelink ippp6

Eine automatische Zuschaltung des zweiten Kanals bei hoher Auslastung wird zur Zeit noch nicht unterstützt.

7.) Steuern der Verbindung unter X11

Um anderen Usern ausser root (hier der User "peter") den Aufbau einer Internetverbindung zu gestatten, müssen dieser in die Gruppe dialout aufgenommen werden mit

adduser peter dialout

Das Utility "isdnbutton" ist gut geeignet um die Verbindung komfortabel per Maus zu steuern:

apt-get install isdnbutton

In neueren Debian/Ubuntu-Versionen ist das Tool leider nicht mehr enthalten. Sie können es aber manuell downloaden von http://archive.debian.org/debian/pool/main/i/isdnbutton/

Erstellen Sie die entsprechenden Scripte fuer den Verbindungsauf- und abbau:

  • /etc/isdn/isdnbutton/connect:

        #!/bin/sh
    
        /usr/sbin/isdnctrl dial ippp6
                
  • /etc/isdn/isdnbutton/disconnect:

        #!/bin/sh
    
        /usr/sbin/isdnctrl hangup ippp6
                

Mit der rechten Maustaste können Sie im isdnbutton-Fenster die beiden Scripte ansteuern.

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