SuSE Linux 9.2: Einwahl mit Fritz!Card DSL SL

Diese Anleitung beschreibt die Einwahl per DSL mit einer internen Fritz!Card DSL SL der Firma AVM (Bitte beachten Sie: bei der Erwähnung des Herstellers handelt es sich nicht um Werbung!) . Treiber für die Fritz!Card DSL SL werden vom Hersteller bereitgestellt und sind nicht als Open Source verfügbar. Die Konfiguration der Fritz!Card DSL sollte nach dem gleichen Schema verlaufen, nur kann sie zusätzlich eine ISDN Verbindung herstellen.

Die Konfiguration einer Fritz!Card DSL SL ist nicht mit der Konfiguration eines externen DSL-Modems vergleichbar. Letzteres verwendet PPPoE, die Fritz!Card DSL SL dagegen CAPI4Linux.

Im Folgenden wird eine erfolgreiche Grundinstallation von SuSE Linux 9.2 vorausgesetzt. Aktuelle Informationen findet man entweder bei SuSE oder im Linux-Portal von AVM.

Inhalt

1.) Fritz!Card DSL-Kartentreiber aktivieren

Die automatische Hardwareerkennung von SuSE Linux 9.2 erkennt die Fritz!Card DSL SL nicht, es muß eine manuelle Installation erfolgen. Starten Sie dazu das Systemverwaltungstool yast2 und wählen den Eintrag Netzwerkgeräte:

Yast2 - Netzwerkgeräte

Die Fritz!Card DSL SL wird über das CAPI4Linux Interface angesprochen. Deshalb müssen Sie nun das Yast-Modul ISDN starten. Anschließend klicken Sie auf die Schalftfläche konfigurieren. Im folgenden Dialog wählen Sie als Hersteller AVM Computersysteme und als ISDN-Karte die Fritz!Card DSL SL:

Yast2 - ISDN

Bestätigen Sie die Auswahl mit OK. Es folgt die ISDN-Low-Level-Konfiguration. Hier sind keine Änderungen erforderlich, bestätigen Sie die Vorschläge von Yast2 einfach mit OK. Auch die folgende Warnung können Sie einfach mit JA bestätigen - Sie werden lediglich darauf hingeweisen, daß der Quellcode für den Treiber nicht veröffentlicht wurde.

Im folgenden Fenster ISDN-Service-Auswahl aktivieren Sie die Schaltfläche DSL CAPI-Schnittstelle hinzufügen. Wählen Sie die Fritz!Card DSL SL und klicken auf die Schaltfläche Konfigurieren:

Yast2 - Konfiguration von DSL

Im Fenster Konfiguration von DSL sollte als PPP-Modus CAPI für ADSL eingestellt sein. Für einen automatischen Verbindungsaufbau bei Bedarf (Dial on Demand) stellen Sie bei der Geräte-Aktivierung Beim Booten ein. Sollen auch normale Nutzer (nicht nur root) die Schnittstelle manipulieren dürfen, so muß Benutzergesteuert aktiviert sein.

Yast2 - Konfiguration von DSL

Im nun folgenden Dialog Internet Service Provider (ISP) wählen müssen Sie mit der Schaltfläche Neu einen neuen Provider anlegen. Geben Sie dem Provider einen Namen und tragen Sie Ihre Zugangsdaten ein:

Yast2 - Provider Parameter

Wenn Sie automatischen Verbindungsaufbau wünschen, so aktivieren Sie im nächsten Fenster Verbindungsparameter die Option Dial-On-Demand. In diesem Fall müssen Sie die IP-Adressen der Domain Name Server (DNS) von WinShuttle in den Feldern Nameserver eintragen. Momentan sind das 194.95.249.252 (dns1.shuttle.de) und 194.95.246.252 (dns2.shuttle.de). Wenn Sie die SuSE Firewall verwenden, sollten Sie die Option Externe Firewall-Schnittstelle aktivieren. Hinweise zur Konfiguration der Firewall finden Sie im Handbuch, dem SuSE Hilfesystem oder bei SuSE. Wenn Sie keinen Verbindungsabbruch bei inaktiver Verbindung (kein Datenfluss) möchten, setzen Sie die Option Verbindung abbrechen nach (Sekunden) Inaktivität auf den Wert 0. Die IP-Datails müssen in den meisten Fällen nicht konfiguriert werden:

Yast2 - Verbindungsparameter

Wählen Sie nun einfach Weiter und Sie gelangen wieder zum Fenster Konfiguration von DSL. Diese ist nun abgeschlossen und Sie wählen Beenden. Sie gelangen zurück zum Dialog ISDN Service-Auswahl. Eine weitere DSL CAPI-Schnittstelle möchten Sie in den meisten Fällen nicht anlegen, also wählen Sie jetzt Überspringen. Nun sollte im Fenster Konfiguration von ISDN-Karten eine konfigurierte ISDN-Karte angezeigt werden:

Yast2 - Konfiguration von ISDN-Karten

Damit wäre die Konfiguration schon fast abgeschlossen, und Sie können Beenden wählen. Um die MTU müssen Sie sich übrigens nicht kümmern, diese wird von der Fritz!Card DSL SL automatisch erkannt.

2.) Überprüfen der Installation

Vielleicht können Sie jetzt schon Verbindungen aufbauen - dann können Sie hier aufhören.

Wenn noch nichts klappt, dann sollten Sie ein paar Kleinigkeiten zu überprüfen. Zuerst schauen Sie sich den Inhalt der Datei /etc/drdsl/adsl.conf an (z.B. mit dem Befehl cat /etc/drdsl/adsl.conf). Diese Datei sollte ungefähr wie folgt aussehen (Inhalt hängt von der Konfiguration der Karte ab):

controller 1
protocol adslpppoe
vpi 1
vci 32

Rufen Sie nun das Programm drdsl manuell an der Kommandozeile auf und schauen sich danach noch einmal den Inhalt der Datei /etc/drdsl/adsl.conf an. Falls Sie nun andere Einträge vorfinden - das Programm drdsl setzt unter gewissen Umständen (z.B. beim Aufruf durch Yast2) falsche Werte. Dieser Fehler trat bei uns reproduzierbar auf und konnte von SuSE nachvollzogen werden. AVM ist darüber informiert, eventuell ist der Fehler schon behoben, wenn Sie diese Anleitung lesen. Gegebenenfalls können Sie manuell die Werte "vpi 1" und "vci 32" in der Datei /etc/drdsl/adsl.conf eintragen und ausprobieren, es sind die Standardwerte für T-DSL.

Ein weiteres Problem könnte Sie betreffen, wenn sie einen Kernel der Version 2.6 einsetzen (was bei einer Standard-Installation von SuSE Linux 9.2 der Fall ist): Das Programm drdsl schreibt die Daten für die modul utils nicht an den korrekten Ort. Schauen Sie bitte nach, ob zum Zeitpunkt der Ausführung von drdsl eine Datei /etc/modules.conf entstanden ist (z.B. mit dem Befehl ll /etc/modules.conf). Falls ja, kopieren sie diese in die Datei /etc/modprobe.d/drdsl (z.B. mit dem Befehl cp /etc/modules.conf /etc/modprobe.d/drdsl).

So, nun sollten Sie es geschafft haben. Bauen Sie eine Verbindung auf (bei Dial-On-Demand reicht die Anforderung beliebiger Daten aus dem Internet, z.B. der Abruf einer beliebigen Website) und prüfen Sie danach den Status der Schnittstelle. Das Programm kadslwatch, rechts unten in der Kontrolleiste zu finden, liefert Informationen über den Verbindungsstatus. Mit dem Kommando ifconfig können Sie sich nun Informationen über die Netzwerkschnittstellen Ihres Rechners anzeigen lassen. Die DSL-Schnittstelle hat den Namen dsl0 bekommen, die folgende Abbildung zeigt eine Beispielausgabe (mit geänderten IP-Adressen). Beachten Sie, daß die MTU automatisch korrekt erkannt wurde.

Ausgabe von ifconfig

3.) Konfiguration eines Subnetzes

Eventuell haben Sie mehrere feste IP-Adressen zugewiesen bekommen und möchten nun den Datenverkehr zu Ihrem Subnetz über den DSL-Zugang routen. Dieser Fall wird im Folgenden kurz beschrieben. Für die Kopplung eines privaten Netzes mittels Network Address Translation (NAT) gibt es schon genügend Beschreibungen, so daß an dieser Stelle darauf verzichtet werden kann. Natürlich lassen sich Subnetz und privates Netzwerk mit NAT auch kombinieren.

Für ein Subnetz mit festen IP-Adressen benötigen Sie im Rechner zusätzlich zur Fritz!Card DSL SL eine Netzwerkkarte. Im Folgenden wird die erfolgreiche Installation und Konfiguration der Netzwerkkarte vorausgesetzt. Da es in unserem Beipsiel die erste Netzwerkkarte im System ist, hat diese automatisch den Namen eth0 bekommen. Natürlich können Sie auch eine andere Netzwerkkarte verwenden.

Als Beispiel nehmen wir im Folgenden an, Ihnen wurde der IP-Adressbereich 192.168.150.0 bis 192.168.150.7 zugewiesen (natürlich werden Sie nicht diese IPs bekommen, wir verwenden in diesem Beispiel absichtlich einen privaten IP-Bereich). Das Gateway für ihr Subnetz ist der Rechner, den Sie jetzt gerade konfigurieren. Mit dem Kommando ifconfig können Sie sich Informationen über die Netzwerkschnittstellen Ihres Rechners anzeigen lassen. Die DSL-Schnittstelle hat den Namen dsl0 bekommen, die Ihr zugewiesene IP-Adresse ist die IP-Adresse des Gateways, in userem Fall also 192.168.150.1. Ein Beispiel für die Ausgabe von ifconfig finden Sie unter dem Punkt "Überprüfen der Installation".
Damit ergeben sich für unser Beispiel folgende Werte:

Gateway: 192.168.150.1
Netzmaske: 255.255.255.248
Netzwerk: 192.168.150.0 (die niedrigste IP Ihres Bereiches)
Broadcast: 192.168.150.7 (die höchste IP Ihres Bereiches)

Falls Ihnen nicht alle Werte zur Verfügung stehen und Sie sich die Berechnung nicht selbst zutrauen, so wenden Sie sich bitte an die Hotline.

Starten Sie nun das Systemverwaltungstool yast2, wählen den Eintrag Netzwerkgeräte und darin den Eintrag Netzwerkkarte:

Yast2 - Netzkarte

Klicken Sie nun auf Ändern, wählen im nächsten Fenster die Netzwerkkarte aus (in unserem Beispiel eth0) und klicken auf die Schaltfläche Bearbeiten. Nun können Sie die Einstellungen der Netzwerkkarte im Detail verändern. Bitte aktivieren Sie Konfiguration mit der statischen Adresse und tragen als IP-Adresse die Adresse des Gateways und die Netzmaske ein:

Yast2 - Statische IP

Damit wurde der Fritz!Card DSL SL (dsl0, externe Schnittstelle) und der Netzwerkkarte (eth0, interne Schnittstelle) die gleiche IP-Adresse zugeweisen, was für unseren Router völlig korrekt ist. Die beiden Schnittstellen können vom Betriebssystem anhand ihrer Namen unterschieden werden, Probleme sind bei korrekter Installation nicht zu erwarten.

Bevor Sie nun fortfahren, sollten Sie die DSL-Verbindung trennen. Nutzen Sie dazu z.B. das Programm kinternet, es ist rechts unten in der Kontrolleiste zu finden. Anschließend klicken Sie auf die Schaltfläche Rechnername und Nameserver. Tragen Sie hier bitte den Rechnernamen (in unserem Beispiel: gateway), den Namen der Domain (Beispiel: mydomain.test) und die Domain-Suche 1 (Beispiel: mydomain.test) ein. Falls noch nicht geschehen, tragen Sie auch bitte die DNS-Server ein:

Yast2 - Rechnername und Nameserver

Anschließend klicken Sie auf OK und kommen zurück zur Konfiguration der Netzwerkadresse. Nun sind noch die Einstellungen für das Routing anzupassen, bitte aktivieren Sie die entsprechende Schaltfläche. Aktivieren Sie Konfiguration für Experten und IP-Weiterleitung aktivieren. Mit der Schaltfläche Hinzufügen ergänzen wir nun eine Route für den internen Netzwerkverkehr. Bitte tragen Sie als Ziel die Adresse Ihres Netzwerkes ein und ergänzen Sie die Adresse des Gateways und die Netzmaske. Vergessen Sie nicht, als Gerät die Netzwerkkarte eth0 auszuwählen:

Yast2 - Interne Route eintragen

Allerdings sehen Sie bei der Auswahl der Netzwerkkarte nicht den symbolischen Namen eth0, sondern eine Kombination aus dem Wort "eth" und der Hardwareadresse (MAC-Adresse) ihrer Netzwerkkarte. Falls Sie nur eine Netzwerkkarte im Rechner haben, ist die Sache eindeutig. Sonst hilft die Ausgabe des Befehls ifconfig weiter - der liefert auch die Hardwareadresse der Netzwerkschnittstellen (HWaddr). Beenden Sie nun die Eingabe der Route für die interne Schnittstelle mit OK.

Nun fehlt nur noch eine Route für den externen Netzwerkverkehr. Alle Pakete, die nicht für Ihr Subnetz bestimmt sind, sollten auf die externe Netzwerkschnittstelle (dsl0) gesendet werden. Klicken Sie nochmals auf die Schaltfläche Hinzufügen ergänzen eine Route für den externen Netzwerkverkehr. Als Ziel tragen sie die Adresse 0.0.0.0 ein und als Netzmaske ebenfalls 0.0.0.0. Ergänzen Sie nun noch die IP-Adresse des Gatewas und wählen als Gerät bitte dsl0 aus. Damit ist die Konfiguration des Routing abgeschlossen, mit Betätigen von OK kehren Sie zum Fenster Routing Konfiguration zurück. Beide Routen sollten darin eingetragen sein.

Kehren Sie nun mit OK zum Fenster Konfiguration der Netzwerkadresse. Nun ist alles erledigt, wählen Sie bitte Weiter und im Fenster Überblick über die Konfiguration der Netzwerkkarten dann Beenden und verlassen Sie das Konfigurationstool yast2.

Nun können Sie Ihr Subnetz an der Netzwerkschnittstelle eth0 anschließen und die Verbindung testen. Bei Problemen prüfen Sie bitte alle Eintragungen sorgfältig. Insbesondere prüfen Sie bitte die Einstellungen der SuSE Firewall (falls Sie diese aktiviert haben).

4.) Hilfe bei Problemen

Sollten nun immer noch Probleme auftreten, so prüfen Sie bitte die Konfiguration sorgfältig. Weitere Informationen finden Sie:

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